Prinzip

BEWEHRTE ERDE ist ein Verbundwerkstoff aus Boden und "Bewehrung". Da der Boden aber nur begrenzt Zugspannungen aufnehmen kann, werden Bewehrungselemente in die Auffüllung eingelegt. Über diese werden durch Reibung die Zugkräfte in den Verfüllkörper eingetragen. 

An der Luftseite wird die BEWEHRTE ERDE durch eine Außenhaut aus Stahlbetonteilen, Stahlgittermatten oder Stahlblechen abgeschlossen, mit denen jeweils die Bewehrungsbänder kraftschlüssig verbunden werden.

Bei einer Bewehrte-Erde-Konstruktion entstehen die Kräfte in den Bewehrungsbändern überwiegend durch Reibung zwischen den Bändern und dem Boden. Der Boden verschiebt sich in einem aktiven Bereich hinter der Wand nach außen, wird aber durch die nahezu dehnstarren Bewehrungsbänder an dieser Verformung behindert. Auf diese Weise werden Reibungskräfte mobilisiert, die den Erddruck aufnehmen. Die Größe des verbleibenden Erddrucks, der an der Rückseite der Außenhaut wirkt, ist wesentlich kleiner als der aktive Erddruck. Er hängt ab von der Steifigkeit der Außenhautverkleidung. Je flexibler die Außenhaut ist, desto kleiner ist der verbleibende Erddruck. Form und Größe des aktiven Bereichs hinter der Wand sind eine Funktion der Dehnsteifigkeit der Bewehrungsbänder.

Für Stahlbänder ist die Verbindungslinie der Orte, an denen die maximalen Zugkräfte in den Bändern wirken und die den aktiven Bereich begrenzt, aus einer Vielzahl von Messungen bekannt. Der Abstand von der Wandrückseite ändert sich mit der Tiefenlage des Bandes und geht auf Null. Am Wandfuß wirkt die Maximalzugkraft unmittelbar hinter der Wand. Verbindet man die Orte, an denen die Maximalzugkraft wirkt, erhält man eine Linie ( Linie Maximaler Zugkräfte ), die den aktiven und den passiven Bodenbereich trennt. Im aktiven Bereich wird der Erddruck über Reibung von den Bändern aufgenommen; im passiven Bereich werden die Bandzugkräfte über Reibung in den Boden eingeleitet.